Die meisten unterschätzen Tag 2 – Im Gespräch mit Schiffmanns längster Mitarbeiterin Manuela Horsch

Die meisten unterschätzen Tag 2 – Im Gespräch mit Schiffmanns längster Mitarbeiterin Manuela Horsch

Die meisten unterschätzen Tag 2 Im Gespräch mit Schiffmanns längster Mitarbeiterin Manuela Horsch

Fasteninformation, Colon Hydro Therapie, Energie-Ausgleichsbehandlung oder Begleitung der Massagen auf dem Hydro Jet – seit dem Jahr 2000 begleitet die gelernte Krankenschwester Manuela Horsch Fastende mit all ihren Anliegen und Wünschen im Kur- und Gesundheitshotel Schiffmann. Viele Gäste kennen und schätzen sie für ihre ruhige, professionelle und gleichzeitig sehr herzliche Art. In den 26 Jahren im Kur- und Gesundheitshotel Schiffmann hat sie unzählige Fastenwochen erlebt und weiß genau, wann es für Gäste schwierig wird, welche Fragen immer wieder auftauchen und wann der schönste Moment der Woche kommt.

Frau Horsch, was beschäftigt Gäste am ersten Fastentag am meisten?

Manuela Horsch: Beim Fasten ist der erste Tag für viele Gäste ein kleiner Ausnahmezustand. Viele fühlen sich etwas müde und schwächer, vor allem wegen des Glaubersalzes, welches wir traditionell zu Beginn jeder Kur verabreichen und mit dem der Darm entleert wird. Einige Fastende berichten auch von Kopfschmerzen im Zusammenhang mit dem Entzug von Kaffee und Zucker. Das ist völlig normal und bedeutet, dass der Körper auf den Fastenstoffwechsel umstellt. 

“Was mache ich, wenn ich Hunger bekomme” gehört sicherlich auch zu den Top Fragen. Was empfiehlst du da?

Manuela Horsch: Was mache ich, wenn ich Hunger während des Fastens bekomme, wird tatsächlich öfter gefragt. Da können wir allerdings meistens beruhigen, denn während der Fastenkur verspüren die meisten Menschen tatsächlich keinen Hunger. Und falls doch ein kleines Hungergefühl aufkommt, liegt es meistens daran, dass zu wenig getrunken wird oder noch zu viel im Darm ist.

Was sind die häufigsten Fehler während einer Fastenkur?

Manuela Horsch: Ein häufiger Fehler ist tatsächlich, dass zu wenig getrunken wird. Gerade wenn jemand während des Fastens Hunger verspürt, fehlt dem Körper meist Flüssigkeit. Weiter unterschätzen viele das gründliche Ausleiten während der Fastenkur. Der Körper durchläuft während des Fastens intensive Reinigungs- und Abbauprozesse, deshalb ist es wichtig, den Darm fortlaufend mit genügend Flüssigkeit zu unterstützen. So können gelöste Stoffe auch wirklich ausgeschieden werden.

Welche Maßnahmen kannst Du Gästen im Hotel noch empfehlen?

Manuela Horsch: Im Kur- und Gesundheitshotel Schiffmann beginnt die Fastenkur traditionell mit einem Glas Glaubersalz zum Ausleiten, jedoch ist es wichtig, dass zusätzlich weitere Ausleitungsmaßnahmen getroffen werden. Viele Gäste glauben, dass nach dem Glaubern am ersten Abend “alles erledigt sei”, tatsächlich kann sich aber noch einiges in den nächsten Tagen lösen. Deshalb unterstützen wir diesen Prozess weiter mit:

Übrigens, das Einlaufgerät gehört zum All-Inclusive Angebot dazu. Deshalb sage ich den Gästen immer gerne: “Das ist eure Chance, den Einlauf einmal selbst auszuprobieren.” Einfach an der Rezeption nachfragen. Viele sind überrascht, wie gut es ihnen danach geht.

Wie gut sind die Fastenden auf die Kur vorbereitet?

Manuela Horsch: Generell lässt sich sagen, manche Gäste kommen sehr gut vorbereitet, andere reisen eher spontan an und haben sich vorher kaum informiert. Beides ist völlig in Ordnung, dafür sind wir ja da.

Viele Gäste unterschätzen Tag 2 der Fastenkur. Warum ist das so?

Manuela Horsch: Der zweite Tag wird tatsächlich oft unterschätzt. Viele erleben an diesem Tag eine sogenannte Fastenkrise, der Körper stellt in dieser Phase auf den Fastenstoffwechsel um und beginnt, auf seine Reserven zurückzugreifen. Das kann sich kurzfristig durch Müdigkeit, leichte Schwäche oder Stimmungsschwankungen bemerkbar machen. Das Gute daran ist, dass diese Phase meist nicht lange dauert.

Und wann kommt für Dich der schönste Moment jeder Fastenwoche?

Manuela Horsch: Das ist für mich und meine Kollegen im Kurhotel immer der Moment, wenn bei unseren Gästen plötzlich die Leichtigkeit des Fastens ankommt. Das passiert meistens ab Mittwoch oder Donnerstag. Da merken wir im Hotel richtig, wie die Stimmung aufblüht. Viele Gäste beschreiben, dass sie sich ab diesem Zeitpunkt einmal richtig durchgereinigt fühlen. Das sind die Tage, an denen im Hotelrestaurant am meisten gelacht wird und sich ausgiebig ausgetauscht wird.

Warum fastest Du selbst jährlich?

Manuela Horsch: Ich mache das vor allem aus dem Bedürfnis der inneren Reinigung. Das erste Mal habe ich mit 18 gefastet, das ist mittlerweile 39 Jahre her. Für mich war das erste Fasten ein besonders prägendes Erlebnis: Mit 16 habe ich mir auf dem Motorrad ohne Nierengurt ein starkes Ziehen im Rückenbereich zugezogen. Durch das Fasten ist es damals verschwunden. Meist ist es das Heilfasten nach Buchinger, im vergangenen Jahr waren es zwei Wochen Basenfasten mit dem Essen aus der Hotelküche. Besonders in der zweiten Fastenwoche kommt das Gefühl, diese unbeschreibliche Leichtigkeit des Seins. Irgendwann wird der Kopf frei, die Instinkte werden klarer und ich weiß wieder ganz genau was ich brauche. Auch die Stimmung hebt sich, also eigentlich bin ich immer gut gelaunt, aber beim Fasten nochmal besonders.

Eine persönliche Einschätzung: Kann man auch während der Arbeit fasten?

Manuela Horsch: Ich finde es immer noch besser während der Arbeit zu fasten als gar nicht. Wenn man die Wahl hat, würde ich immer empfehlen, sich eine bewusste Auszeit für das Fasten zu nehmen und dafür auch mal wegzufahren. Das geht erfahrungsgemäß einfach nochmal tiefer.

Vielen Dank für das nette Gespräch!

Weitere Infos zu Deiner nächsten Fastenkur findest Du hier: Fasten für Gesunde

No Comments

Post A Comment