06 Mai Autophagie: Warum dein Körper beim Fasten aufräumt (und wie das aussieht)
Autophagie Warum dein Körper beim Fasten aufräumt
(und wie das aussieht)

Zellulärer Frühjahrsputz klingt erstmal esoterisch, ist aber ein hochkomplexer, wissenschaftlich belegter Prozess, für den sogar ein Nobelpreis vergeben wurde. Der Japaner Yoshinori Ohsumi gewann für seine Arbeit über Abbau- und Recyclingprozesse in Zellen den Medizin-Nobelpreis und liefert damit entscheidende Erkenntnisse über die Bedeutung der Autophagie für die grundlegende Zellfunktion. Heute wird davon ausgegangen, dass Autophagie bei Prozessen wie Zellalterung, Immunfunktion und Energiehaushalt eine wichtige Rolle spielt.
Was Autophagie ist, weshalb sie so wichtig für unseren Körper ist und wie dich Fasten bei der Zellerneuerung unterstützen kann, körpereigene Regenerationsprozesse anzuregen, erfährst du in diesem Blogbeitrag. Die wichtigsten Fragen im Überblick.


Was ist Autophagie?
Der Begriff Autophagie kommt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt „Selbst Essen“. Was im ersten Moment ungewöhnlich klingt, beschreibt einen natürlichen Reinigungs-, Erneuerungs- und Regenerationsprozess unserer Zellen, der kontinuierlich im Körper stattfindet.
Vorstellen kannst du dir das wie eine körpereigene Müllabfuhr mit Recyclinganlage: Dabei werden beschädigte oder funktionslose Zellbestandteile abgebaut und verwertet. Einzelne, noch verwendbare Bestandteile, die die Qualitätskontrolle bestanden haben, können anschließend im Zellstoffwechsel wiederverwendet werden.
Ohne die Autophagie würden unsere Zellen nämlich regelrecht “zumüllen”, da nicht mehr benötigte oder defekte Bestandteile nicht effizient entfernt werden könnten.
Darüber hinaus wird angenommen, dass dieser Prozess eine Rolle bei der Aufrechterhaltung gesunder Zellfunktionen spielt. Auf diese Weise können unter anderem auch zellfremde Strukturen wie Viren oder Bakterien im Rahmen der Zellprozesse erkannt und abgebaut werden.
Nobelpreis 2016
Der Japaner Yoshinori Ohsumi erhielt für seine Forschungen zu Abbauprozessen in Zellen im Jahr 2016 den Medizin-Nobelpreis. Bereits seit den Sechzigerjahren beschäftigen sich Wissenschaftler mit dem Phänomen der Autophagie.
Was zunächst an Hefepilzen erforscht wurde, konnte später auch auf komplexere Organismen übertragen werden. Ohsumi publizierte in den Neunzigerjahren wissenschaftliche Arbeiten über Gene, die an diesen Prozessen beteiligt sind. Diese Gene tragen dazu bei, beschädigte Zellbestandteile zu erkennen und gezielt abzubauen.
Seine Forschung hat wesentlich dazu beigetragen, die Mechanismen hinter der Autophagie besser zu verstehen.
Heute wird untersucht, inwiefern diese Prozesse mit verschiedenen altersbedingten Veränderungen und Erkrankungen stehen könnten.


Ab wann setzt die Autophagie ein?
Als Top-Trigger des Autophagieprozesses gilt das mehrtägige Fasten, ungefähr ab drei Tagen wird ein ausgeprägter Stimulus für die Zellregeneration erreicht. Insbesondere längere Phasen mit reduzierter Energiezufuhr können Signale im Körper auslösen, die mit der Aktivierung von Autophagie in Verbindung gebracht werden.
Dabei spielen unter anderem ein niedriger Insulinspiegel sowie ein veränderter Energiestoffwechsel eine Rolle. Der Körper stellt von Kohlenhydrat- auf Fettverbrennung um und greift verstärkt auf vorhandene Reserven zurück.
Fastenkuren im Kur- und Gesundheitshotel Schiffmann wie “Fasten für Gesunde nach Buchinger” oder auch Basenfasten, bei dem überwiegend basische Lebensmittel verzehrt werden, können solche Stoffwechselveränderungen begünstigen.
Allerdings ist zu beachten, dass die genauen Abläufe individuell variieren können und weiterhin Gegenstand der Forschung sind.


Wie läuft Autophagie im Körper ab?
Der sogenannte Zellmüll, also beschädigte oder nicht mehr funktionstüchtige Zellbestandteile, wird durch komplexe Prozesse innerhalb der Zelle abgebaut.
Dabei bildet sich ein sogenanntes Autophagosom, eine membranumhüllte Struktur, die diese Bestandteile einschließt. Anschließend werden sie durch Enzyme in ihre Grundbausteine zerlegt.
Diese Bausteine können anschließend entweder zur Energiegewinnung genutzt oder für den Aufbau neuer Zellstrukturen wiederverwendet werden. Auf diese Weise trägt die Autophagie zur inneren “Erneuerung” der Zelle bei.

Langzeitwirkung auf Alterung
Autophagie wird oft als einer der wichtigsten Mechanismen im Zusammenhang mit gesunder Zellgesundheit und Alterungsprozessen diskutiert, da sie an der Aufrechterhaltung der Zellfunktion beteiligt ist.
Mit zunehmendem Alter kann die Aktivität dieser Prozesse abnehmen, weshalb Faktoren wie Ernährung, Bewegung oder auch zeitweises Fasten in diesem Zusammenhang wissenschaftlich untersucht werden.
Einige Studien deuten darauf hin, dass eine bewusste Lebensweise Prozesse unterstützen kann, die mit gesunder Zellfunktion in Verbindung stehen. Dabei wird auch erforscht, inwiefern Autophagie mit Entzündungsprozessen und Stoffwechselvorgängen zusammenhängt.
Regelmäßige Auszeiten, beispielsweise im Rahmen von Fastenkuren im Kur- und Gesundheitshotel Schiffmann, können eine Möglichkeit sein, sich intensiv mit dem eigenen Körper und Lebensstil auseinanderzusetzen.
Wann hast du deinem Körper zuletzt bewusst die Zeit gegeben, sich von innen zu regenerieren? Entdecke jetzt unsere Fastenkuren im Kur- und Gesundheitshotel Schiffmann.
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